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Wunschbox, die keine Wünsche offenlässt Solothurner Zeitung vom 31.10.2011

Konzert Das Akkordeon ist ein Instrument, mit dem sich praktisch jede Art Musik machen lässt. Entsprechend vielseitig war auch die «Wunschbox», die das Handharmonika-Orchester für seine Abendunterhaltung mit Theater «aufgefüllt» hat.

VON MARK A. HERZIG

Mit einer sorgfältigen Auswahl an Stücken, die bei einer Umfrage unter den Aktiven gewünscht worden waren, gelang es der Dirigentin Susanne Weber, mehrere Ziele zu erreichen: Das Handharmonika-Orchester Solothurn (HSO) nutzt die ganze, riesige Bandbreite des Akkordeons beziehungsweise der Handharmonika, es bildet junge Leute aus, und es versteht es, ein gemischtes Publikum mit vielseitiger Musik zu begeistern. Das Publikum zeigte sich, von Claudio Pingiotti durch den Abend geführt, als ebenso sachkundig wie beifallsfreudig. Schon innerhalb des Programms verlangte es nach Dakapos und Zugaben.

Vom Ständchen zum Theater Der Abend begann mit Maurice Thönis Zeughauskeller-Marsch, Edmond Montavons (der Komponist befand sich im Saal) Valse nostalgique und dem bekannten, neapolitanischen Ständchen von Gerhard Winkler. Die Jugend-Akkordeon-Gruppe führte im zweiten Block des Konzerts mit Afterglow von Daniel Hellbach in die Welt des psychedelic- progressiven Rock ein, gefolgt von Uriah Heep’s Lady in Black, arrangiert von der Leiterin Susanne Weber. Flott ging es zu in einem Stück aus Mary Poppins: Supercalifragilisticexpialidocious; deren Komponisten,  die Gebrüder Sherman, wurden Oscar-Preisträger. Die Jungen zeigten keinerlei Berührungsängste. Die Caribbean Fantasy, ein Medley von Waldemar Lang, spielten das HOS und seine Jugendgruppe gemeinsam. Dadurch entstand ein grosser Klangkörper, der zudem durch Kesselpauken und Elektroklavier erweitert wurde. Dies zeigt erneut, wie vielfältig Akkordeonensembles ergänzt werden können, vor allem wenn die Mitspielenden so auf ihre Leitung eingehen, wie das am Samstagabend der Fall war. Misterioso Venezia (G.P. Reverberi), Dreams of Ireland (traditionelle Lieder und Tänze aus Irland), arrangiert von Mario Milani, und John Miles’ Music, arrangiert von Daniel Döbeli, schlossen den musikalischen Teil des Unterhaltungsabends ab.  Den letzten Höhepunkt brachte die Theatergruppe des HOS mit Carmelo Pesentis Zweiakter «Spääti Nachwee». Unter der Regie von Ernst Bigler spielte sie sich durch die Irrungen und Wirrungen dieser spritzigwitzigen Verwechslungskomödie und riss die Zuschauer zu Lach- und Beifallstürmen hin.